Far Cry 5 war eines der Highlights der letztjährigen E3. Bereits seit Monaten freuen wir uns auf den den Shooter. Das Open-World-Adventure hat bei Ubisoft eine lange Tradition und jeder einzelne Teil hat Spaß gemacht bis zum Abspann. Wir haben die vergangene Woche dazu genutzt, den fünften Teil ausführlich einer “Kontrolle” zu unterziehen. – Ist es Ubisoft gelungen, etwas Abwechslung im Vergleich zu den Vorgängern ins Spiel zu bringen? Weiß das amerikanische Countryside-Setting zu gefallen? Ist die Story mit der radikalen Sekte überzeugend? Die Antworten findet ihr hier!

Story: Die Geschichte spielt dieses Mal in Montana, einem ländlichen Bundesstaat der Vereinigten Staaten. Hier in Hope County treibt die radikale Glaubensgemeinschaft ‘Eden’s Gate’ ihr Unwesen. Die Köpfe der Sekte bestehen aus der radikalen Seed-Familie und sie haben weite Teile der Bevölkerung durch Gehirnwäsche auf ihre Seite gezogen. Alle, die sich widersetzen, werden zur ‘Buße’ und ‘Taufe’ gezwungen oder gewaltsam aus dem Weg geräumt. Eure Aufgabe ist es, in Form des Deputy (Rookie) dem Gebaren Einhalt zu gebieten. Ein umfangreiches Unterfangen wie sich herausstellt.

Open-World: Die offene Welt von Hope County gestaltet sich authentisch, genauso wie man es sich vorstellt. Weite Landstriche, bewaldete Berge, Seen, Flüsse und vereinzelte Dörfer und Farmen bestimmen das Landschaftsbild. Montana ist belebt. Neben der Bevölkerung, die man befreien und beschützen muss, tummeln sich Bären, Pumas, Wölfe, Vielfraße, Skunks und allerhand anderer Tiere, die man jagen kann. Anders wie in den Vorgängern, benötigt man allerdings kein Fleisch oder Fell, um seine Ausrüstung zu verbessern – in FC5 kann man die gewonnenen Ressourcen dafür bei Händlern verkaufen. Kleine Scharmützel auf dem Weg – Obwohl es sich um einen durch und durch ländlichen Teil der Staaten handelt, gibt es praktisch überall etwas zu tun oder zu sammeln. Nicht selten werden kleinere Auseinandersetzungen schon von weitem durch Gewehrfeuer angekündigt. Dann gilt es spontan Geiseln zu befreien oder Schützenhilfe zu geben. Alles was ihr macht, wirkt sich darauf aus, die jeweilige Region zu destabilisieren. Wer es mal ruhig angehen will, schnappt sich einfach eine Angel und geht auf Fischfang – eine sehr beruhigende Tätigkeit im Vergleich zum Alltag der Volksbefreiung.

Ausrüstung, Waffen und Fahrzeuge:  Nachdem wir bei Far Cry zuletzt mit Speeren, Bögen und Keulen unterwegs waren, dürfen wir in FC5 wieder auf ein modernes Waffenarsenal zugreifen. Sidearms, Sturmgewehre, Sniper-Rifles, Flammenwerfer und Raketenwerfer sorgen für Chancengleichheit im Kampf gegen die gut ausgerüsteten Kultisten. Der Skillbaum sorgt für erweiterte Fähigkeiten. Mit Skill-Punkten schaltet ihr so nach und nach größere Munitionsvorräte, zusätzliche Waffen-Slots, erhöhte Schleich-Fähigkeiten und vieles mehr frei. In den Shops kauft man neue Visiere, vergrößerte Magazine oder Schalldämpfer, um für jede Situation gerüstet zu sein. Es gibt wieder allerhand verschiedener Fahrzeuge zu erspielen oder kaufen. Vom Quad bis zum mit einem MG bestückten Truck, vom Jet-Ski bis zum Kanonenboot ist nahezu alles vorhanden, was man sich wünschen kann. Neu sind Hubschrauber und Flugzeuge, denen auf verschiedene Art und Weise Bedeutung zukommt. Auch hier gibt das Repertoire alles her, vom schrottreifen Helikopter, bis zum mit Gatlings und Raketen bestückten Luftwaffen.

Gameplay: Far Cry-Kritiker bemängeln, dass alle Teile vom Gameplay her recht ähnlich waren. Das ist zwar auch nicht ganz falsch, aber welcher Sequel einer Game-Serie kann was anderes von sich behaupten? Far Cry 5 ist wieder ein typisches Far Cry, doch hat Ubisoft an einigen Stellschrauben gedreht, die das Game abwechslungsreicher machen. So gibt es zwar wieder Lager einzunehmen, die mit den obligatorischen Alarm-Systemen ausgestattet sind, doch sind diese bei weitem einfacher zu erobern. Ist ein Lager befreit und die ursprünglichen Bewohner wieder eingezogen, haben jene eine Menge an Nebenmissionen anzubieten. Nicht wenige Stützpunkte beherbergen sogar schlagkräftige Unterstützer, die euch bei kommenden Aufträgen tatkräftig zur Seite stehen. Wir wollen an dieser Stelle nicht zuviel verraten, aber seid Gewiss, dass die in Videos und auf Messen vorgestellten drei Helfer (Hund, Sniper und Flieger) nur die Spitze des Eisbergs sind. Es ist schwierig, bei FC5 bei der Sache zu bleiben. Alle Nase lang gilt es Einwohnern zu helfen. Die haben mal kleine, mal ausgedehnte und in mehreren Missionen aufgeteilte Bitten an euch. Einige davon sind absolut abgefahren, mega-lustig und werden mit überraschenden Items belohnt. Auch hier wollen wir euch die Überraschung nicht verderben, findet es einfach selbst heraus. Habt ihr eines der drei von den Seeds kontrollierte Areale destabilisiert, geht es in den Bossfight. Diese sind in verschiedene Etappen unterteilt und verlangen euch alles ab. Überhaupt sind die Charaktere, egal ob freundlich gesinnte oder feindliche mit detailliert ausgeprägten Charaktereigenschaften versehen worden. Das schafft eine extrem dichte Atmosphäre und eine kontinuierliche Storyline.

Grafik & Sound: Optisch ist Far Cry 5 über jeden Zweifel erhaben. Die Umgebung, die Waffen, die Fahrzeuge, die Charaktere – alles ist mit viel Liebe zum Detail animiert worden. Die Vegetation ist absolut authentisch inszeniert, die Landschaft atemberaubend schön – hier passt einfach alles. Auch sound-technisch hat Ubisoft ganze Arbeit geleistet. Jeder Schritt, jedes Tier, jede potenzielle Gefahrenquelle verfügt über das passende Geräusch und der Soundtrack rundet das Ganze perfekt ab!

Fazit: Ubisoft hat darum gebeten in den Reviews nicht zu spoilern, das haben wir uns zu Herzen genommen. Deshalb sind wir in weiten Teilen weniger ins Detail gegangen, als wir es normalerweise getan hätten. Trotzdem hoffen wir, euch einen ersten Eindruck gegeben zu haben. Fest steht, dass Far Cry 5 wieder richtig Spaß macht. Der nonlineare Spielablauf, die endlos erscheinenden Weiten und die dichte Atmosphäre machen aus dem Open-World-Shooter-RPG eine spielerische Erfahrung der Extraklasse. Es gibt praktisch an jeder Ecke etwas zu erledigen und man trifft wirklich abgefahrene Charaktere. Viele eingespielte Video-Sequenzen treiben die Story voran und erinnern euch jederzeit daran, warum ihr euer Leben riskiert und vom Rookie zum Volkshelden aufsteigt. Die Befreiung von Hope County gestaltet sich vielseitig und Abwechslungsreich. Auch wenn Ubisoft das Far Cry-Rad nicht komplett neu erfunden hat, merkt man doch, dass an vielen Stellschrauben gedreht wurde, die das Gameplay differenzierter als in den Vorgängern gestalten. Far Cry 5 ist ein Must-Have für alle, die sich für Shooter, RPGs oder Open-World-Adventure interessieren. Die Tatsache, dass man das komplette Abenteuer kooperativ mit einem Freund erleben darf, setzt dem Ganzen die Krone auf, auch wenn der Fortschritt nur für den Host zählt. Abgerundet wird das Gesamtpaket mit einem Arcade-Modus, der euch abseits der Story zahlreiche Gegner eliminieren lässt und definitiv ein leckeres Bonbon darstellt! Und jetzt ab nach Montana!

 

Far Cry 5: Der Open-World-Shooter von Ubisoft im Review
Leserwertung0 Votes0
8.7
Actionreiches Abenteuer, tolle Optik und eine grandiose Atmosphäre.

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